EZB flutet die Kapitalmärkte weiter

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Die EZB-Blase wird größer

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Frankfurt – Die Europäische Zentralbank (EZB) hält auch in den nächsten Monaten an ihrer bisherigen Politik fest. Aktionäre und Anleger wird es freuen, kleine Sparer gucken in die Röhre und werden faktisch weiterhin enteignet. Das Ausmaß der Anleihenaufkäufe durch die EZB wird zwar gedrosselt, sodass künftig pro Monat nicht mehr 60 Milliarden Euro, sondern nur noch die Hälfte in den Kapitalmarkt gepumpt wird, die Politik des billigen Geldes wird aber fortgesetzt.

Auch wird an der Niedrigzinspolitik festgehalten, der Leitzins bleibt weiterhin bei 0,0 Prozent. Dies hat zur Folge, dass Sparer, die ihre Ersparnisse auf Giro- und Tagesgeldkonten und ähnlichen Anlageklassen bunkern, kaum Zinsen ausgezahlt bekommen. Rechnet man die Inflation dagegen, kann man de facto von einer kalten Enteignung sprechen. Das Gesamtvolumen der EZB-Käufe erhöht sich somit bis September 2018 auf 2,55 Billionen Euro.

Der Analyst der Deutschen Bank, Sebastian Becker, sagte dazu: „Von einer Umkehrung des Kaufprogramms beziehungsweise der Bestandsreduktion der von der EZB gehaltenen Vermögenswerte sind wir noch immer weit entfernt. Eine echte Zinswende kommt unserer Einschätzung nach voraussichtlich auch erst zur Jahresmitte 2019.“

Das Ziel des Präsidenten der EZB, Mario Draghi, ist die Erhöhung der Inflation auf zwei Prozent. Diese Höhe sei volkswirtschaftlich sinnvoll. Fraglich ist nur, ob der Preis, den Millionen Europäer dafür zahlen, nicht viel zu hoch ist. Bei gleichbleibender Inflation verlieren die Inhaber einer zweijährigen Bundesanleihe real 2,5 Prozent pro Jahr, bei einer steigenden Inflation und gleichbleibenden Zinsen würde der Verlust sogar noch deutlich höher liegen.

Vor allem Deutschland ist derzeit aufgrund des schwachen Euro der große Profiteur der EZB-Politik. Der deutsche Fiskus kann sich günstig verschulden und so faktisch Geld aus dem Nichts schöpfen.

Doch dies kann, wenn der Zins irgendwann wieder massiv angehoben werden sollte, sowohl für den deutschen Staat als auch für unvorsichtige Anleger zum Verhängnis werden. Dazu stellte Christoph Kutt, der Leiter Zinsstrategie und Staatsanleihen bei der DZ Bank, fest: „Die Notenbank baut weiter Risiken für Anleger auf, indem sie diese bei der Suche nach auskömmlicher Rendite aus den etablierten und liquiden Märkten in unbekanntere und damit risikoreichere Marktregionen drängt. Für die weitere Geldpolitik besteht das Risiko, dass wir eine überraschend stark steigende Inflation erleben, die die EZB dazu zwingt, restriktiver zu werden und damit den Konjunkturmotor abwürgt, während die Finanzmarktteilnehmer alle gleichzeitig durch dieselbe Tür hinaus wollen.“

Die künstliche Blase könnte somit am Ende für diejenigen zum Verhängnis werden, die durch die Niedrigzinspolitik und faktische Alternativlosigkeit in riskante Anlagemärkte gezwungen werden.

Von Torsten Müller

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